Nein zu Stuttgart 21
Die zehn wichtigsten Argumente.
Ist Stuttgart 21 ein Bahnprojekt?.
Wird die Region Stuttgart abgehängt?.
Bringt Stuttgart 21 Vorteile für den Nahverkehr?.
Ist Stuttgart 21 kundenfreundlich?.
Die Kostenlüge.
Die Zerstörung der Stadt.
Die politische Kultur.
Konjunkturprogramm und Arbeitsplätze.
Das Stuttgart 21-Kartell.
Die Wahrheit des Herrn Drexler im Fokus
Anmerkungen des Aktionsbündnisses gegen Stuttgart 21 zum Faltblatt "Bahnprojekt Stuttgart - Ulm, Die Wahrheit über Stuttgart 21" herausgegeben von Wolfgang Drexler. [weiter]
Zitate der Unterstützer von Stuttgart 21
Erwin Teufel, Ministerpräsident von Baden-Württemberg bis 2005 und einer der "Geburtshelfer" von Stuttgart 21:
"Stuttgart 21 ist für das ganze Land eine einmalige Chance und für Stuttgart eine Jahrhundertchance."
Heinz Dürr, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG und auch einer der Geburtshelfer von Stuttgart 21:
"Notwendig isch's eigentlich gar nicht."
Wolfgang Schuster, Oberbürgermeister von Stuttgart:
"Das Bahnprojekt Stuttgart 21 eröffnet uns die historisch einmalige Chance, die Zukunft unserer Stadt neu zu gestalten."
Und zu den Kostenschätzungen des Münchner Büros Vieregg & Rößler, die auf Kosten für Stuttgart 21 zwischen 6,9 und 8,7 Mrd. Euro geschätzt haben:
"Ferndiagnose."
Günther Oettinger, Ministerpräsident von Baden-Württemberg:
Ohne Stuttgart 21 fällt "das Land in seiner Wirtschaftskraft und in seiner Standort-Attraktivität ins letzte Jahrhundert zurück."
Und zu den Gegnern von Stuttgart 21:
"Ab jetzt ist Schluss mit lustig: Diese emotionale Art, diese aggressive Art und diese unseriöse Art der Desinformation nehme ich nicht hin."
Lothar Späth, Ministerpräsident von Baden-Württemberg bis 1991 und Anführer der Unterstützer von Stuttgart 21:
"Ich habe keine Schuld daran, dass es einen Durchgangsbahnhof geben soll."
Alt-OB Rommel, noch ein Verfechter von Stuttgart 21:
"Wenn mit dem Bau begonnen wird, hören die Diskussionen um Stuttgart 21 auf."
Wolfgang Drexler, SPD-Urgestein und "Mr. Stuttgart21":
"Stuttgart 21 ist ein durch und durch sozialdemokratisches Projekt."
Das Stuttgart 21-Kartell
Viele bekannte Befürworter von Stuttgart 21 haben geschäftliche oder politische Verbindungen, die der Öffentlichkeit nicht unbedingt bekannt sind. Welche Interessen sich daraus ergeben, zeigen wir hier.
Die "unabhängigen" Sachverständigen
Sie wurden von der Deutschen Bahn benannt und vom Fünften Senat des Verwaltungsgerichtshofes Mannheim dankbar angehört:
Prof. Dr.-Ing. Gerhard Heimerl, emeritierter Leiter des Verkehrswissenschaftlichen Instituts der Universität Stuttgart und an der Planung von Stuttgart 21 beteiligt. Als "unabhängiger" Sachverständiger begutachtete er seine eigene Planung.
Prof. Dr.-Ing. Ullrich Martin, Leiter des Verkehrswissenschaftlichen Instituts der Uni Stuttgart (Nachfolger von Heimerl), berechnete im Auftrag der DB die Kapazitäten des Tiefbahnhofs (Stuttgart 21) und des Kopfbahnhofs (Kopfbahnhof 21) in der alternativen Planung. Durch simple rechnerische Tricks bescheinigte er dem geplanten Kellerbahnhof die doppelte Leistungsfähigkeit gegenüber dem 16-gleisigen Kopfbahnhof.
Im Kuratorium des Verkehrswissenschaftlichen Instituts der Universität Stuttgart von Prof. Martin taucht Reimar Baur auf, der Chef der DB Projektbau Südwest; es finden sich dort auch mehrere Vertreter der Landesregierung, ein Vertreter des Eisenbahnbundesamtes, Manfred Bonz, früher SSB, die Vertreter des Verbandes Region Stuttgart und des Verkehrsverbundes Stuttgart und Gerhard Heimerl. Neuerdings ist SSB-Technikvorstand Wolfgang Arnold stellvertretender Vorstand des Kuratoriums. Herr Arnold ist der, der als Vortragsredner gegen Kopfbahnhof 21 durch die Lande zog.

- © Friederike Groß
Prof. Dr.-Ing.Wulf Schwanhäuser ist emeritierter Leiter des Verkehrswissenschaftlichen Instituts der RWTH Aachen. Er verlieh im Juli 1996 dem damaligen Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn AG die Ehrendoktorwürde. 2002 wanderte Schwanhäuser in den Beirat der Deutschen Bahn AG, um sich - wie es in der Aufgabenstellung des Beirats heißt - für die Erreichung der Kapitalmarktfähigkeit der Deutschen Bahn einzusetzen.
Wie auf Bestellung von Ex-Bahnchef Hartmut Mehdorn plädierten er und Mitarbeiter seines Instituts sowie auch Gerhard Heimerl samt Ullrich Martin und andere Mitarbeiter des Verkehrswissenschaftlichen Instituts der Uni Stuttgart für den so genannten "Integrierten Börsengang" (Netz und Betrieb).
Weitere Unterstützer von Stuttgart 21
Günther Oettinger, vormals Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, ist Vorsitzender des Aufsichtsrats und der Trägerversammlung der LBBW. Oettinger ist Mitinhaber der Oettinger-Gruppe, Wirtschaftsprüfung, Treuhand-, Revisions- und Unternehmensberatungsgesellschaft mbH in Ditzingen. Gesellschafter der Oettinger-Gruppe ist der Sparkassenverband Baden-Württemberg. Dessen Präsident, Peter Schneider, ist Vorsitzender des Beirats der Oettinger-Gruppe.
Peter Schneider, Präsident des Sparkassenverbandes Baden-Württemberg, gehört zu den Unterstützern von Stuttgart 21 (siehe unten). Der Sparkassenverband unterliegt zwar der Aufsicht durch die Landesregierung, also der Aufsicht des Ministerpräsidenten Oettinger, gleichwohl ist er Gesellschafter der Oettinger-Gruppe. Vor Peter Schneider war Heinrich Haasis als Vertreter des Gesellschafters Sparkassenverband Baden-Württemberg Vorsitzender des Beirats der Oettinger-Gruppe. Haasis ist heute Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes. Und natürlich Unterstützer von Stuttgart 21 (siehe unten).

- © Friederike Groß
Dr. Wolfgang Schuster, Oberbürgermeister der Stadt Stuttgart, ist Aufsichtsratsvorsitzender der Stuttgarter Straßenbahnen AG, deren Technikvorstand Wolfgang Arnold gerade als Chefpropagandist für Stuttgart 21 auftritt. Schuster ist auch Aufsichtsratsvorsitzender des Verkehrsverbundes Stuttgart, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafen Stuttgart AG und der Trägerversammlung der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) sowie Vorsitzender des Kreditausschusses der LBBW: Flughafen und LBBW gehören natürlich zu den Unterstützern (bzw. Profiteuren) von Stuttgart 21.
Prof. Dr.-Ing. Hans Sommer, Aufsichtsratsvorsitzender von Drees & Sommer (Projektplanung), früher Vorstandsvorsitzender, war gleichzeitig Mitte der 90er Jahre Gesamtprojektleiter von Stuttgart 21, dann abgelöst durch seinen Nachfolger Raimar Baur aus dem Hause Drees & Sommer. Drees & Sommer waren an der DB Projektgesellschaft Stuttgart 21 (später DB Projektbau Südwest) mit zehn Prozent beteiligt, bevor der Bundesrechnungshof diese Beteiligung unterband. Hans Sommer tauchte aber im Mai 2006 als Geschäftsführer der DB Projektbau Südwest anlässlich des Verfahrens vor dem Verwaltungsgerichtshof Mannheim wieder auf. Nachdem dies publik wurde, verschwand er wieder aus den Annalen der DB Projektbau Südwest. Aber wohin?
Raimar Baur, jetzt Geschäftsführer der DB Projektbau Südwest, war früher Gesamtprojektleiter von Stuttgart 21 und noch früher Geschäftsführer bei Drees & Sommer.
Lothar Späth ("Cleverle"), früherer Ministerpräsident von Baden-Württemberg, bis 1977 im Vorstand und Aufsichtsrat der Baresel AG, heute Aufsichtsratsvorsitzender der Herrenknecht AG, des europaweit führenden Herstellers von Tunnelbohrmaschinen. War im Herbst 2006 von Ministerpräsident Günther Oettinger zum Anführer (neben Walter Riester) der sog. Unterstützer für Stuttgart 21 berufen worden.
Prof. Dr.-Ing. Dirk Vallée, bis Februar 2008 leitender Technischer Direktor beim Verband Region Stuttgart, machte seinen Doktor bei Prof. Wulf Schwanhäuser
an der RWTH Aachen und in seiner Stuttgarter Zeit Propaganda für Stuttgart 21. Seit März 2008 lehrt er als Professor am Institut für Stadtbauwesen und Stadtverkehr der RWTH Aachen.
Prof. Dr. Klaus Peter Dolde, von OB Schuster zum Gutachter über die Zulässigkeit des Bürgerentscheids über Stuttgart 21 bestellt und erwartungsgemäß dort zum Schluss kommend, der Bürgerentscheid sei nicht zulässig, gutachtert auch für den Verband Region Stuttgart. Etliche Landräte vermuten nämlich seit Jahren, dass der Verband der Bahn zuviel Geld für die Regionalzüge bezahlt, und zwar 20 Mio. Euro. Und sie mutmaßen, dass dies geschieht, um Stuttgart 21 nicht zu gefährden. Ein Skandal, sagen viele Ludwigsburger Kreisräte. Mitnichten, gutachtert Dolde, alles rechtens. "Durchgängig falsch", sagt stattdessen der frühere Chef der SSB, Roland Batzill, Dolde handle "wie ein Interessenvertreter der Bahn".
Dr. Wolfgang Arnold, Technikvorstand der SSB und fleißiger Vortragsredner gegen die Alternative Kopfbahnhof 21 ("geht nicht, finanziert niemand, baut
keiner"), ist gleichzeitig auch stellvertretender Vorstand des Verkehrswissenschaftlichen Instituts von Prof. Ulrich Martin an der Universität Stuttgart.
Der Unterstützerkreis Stuttgart 21
Der Unterstützerkreis Stuttgart 21 wurde im Herbst 2006 von Ministerpräsident Oettinger einberufen. Ihm gehören unter vielen anderen an:
Dr.-Ing. Martin Herrenknecht, Vorstandsvorsitzender der Herrenknecht AG
(die Firma ist in Europa Marktführer für Tunnelbohrmaschinen), Aufsichtsratsvorsitzender von Herrenknecht ist Lothar Späth.
Dr.-Ing. Michael Blaschko, Geschäftsführung Bilfinger und Berger (die Firma ist
eines der größten Bauunternehmen in Deutschland).
Michael Knipper, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbands Deutsche Bauindustrie.
Hans-Martin Peter, Präsident des Industrieverbands Steine und Erde
Baden-Württemberg e.V.
Dr. Peter Baumeister, Aufsichtsratsvorsitzender der Südwestbank AG.
Christian Brand, Vorstandsvorsitzender der Landeskreditbank Baden-Württemberg.
Heinrich Haasis, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands.
Siegfried Jaschinski, war Vorstandsvorsitzender der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW)*.
Joachim E. Schielke, Vorstandsvorsitzender der Baden-Württembergischen Bank.
Peter Schneider, Präsident des Sparkassenverbands Baden-Württemberg (Schneider ist auch Vorsitzender des Verwaltungsrats der LBBW).
Willhelm Haller von Hallerstein, Mitglied der Geschäftsleitung Deutsche Bank AG.
Und natürlich gibt es noch viele weitere UnterstützerInnen in den Medien, in der Verwaltungsgerichtsbarkeit, in den Ämtern und so fort.
*) Bis 2008 einziger Investor auf dem A1-Gelände von Stuttgart 21




