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Zweigleisiger Ausbau der Murrbahn für Alle statt Rennstrecke für Wenige

Nach dem heutigen Bericht der Stuttgarter Zeitung plant die Deutsche Bahn, ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2025 eine ICE-Sprinter-Verbindung von Stuttgart über Nürnberg nach Berlin einzurichten. Die Gründe sind durchsichtig: Die DB will dem Konkurrenten Flixtrain Kund:innen abjagen. Denn auf der bisher zwischen Stuttgart und Berlin genutzten Strecke über Frankfurt/Main braucht Flixtrain nur 10 bis15 Minuten länger als die Deutsche Bahn und befördert die Reisenden bei rechtzeitiger Buchung zu einem Fünftel des DB-Preises.

Zu Recht verweist die StZ darauf, die Deutsche Bahn setze verstärkt auf Rennstrecken. Wegen einiger Fernreisender verschlechtert sie die Mobilität von vielen Reisenden mit Regionalzügen und S-Bahnen spürbar. Der Fahrplan gerät noch mehr aus dem Takt. Gleichzeitig wischt die Deutsche Bahn AG der Konkurrenz im Regionalverkehr, nämlich Arverio BW, noch eins aus. Denn die von Arverio auf der Strecke Stuttgart-Nürnberg betriebenen Regionalexpresszüge RE 90 sollen für 10 Minuten aufs Abstellgleis geschoben werden, damit die ICEs der DB auf der eingleisigen Strecke zwischen Backnang und Schwäbisch Hall-Hessental überholen können.

Klaus Riedel vom Bündnis Waiblingen gegen Stuttgart 21 erinnert: „Das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 sowie das Bündnis Waiblingen gegen Stuttgart 21 fordern schon seit vielen Jahren den zweigleisigen Ausbau der Murrbahn, was zu einer spürbaren Verbesserung im Nah- und Regionalverkehr führen und die Verlängerung der S-Bahn nach Murrhardt möglich machen würde. Wir wollen von der Politik endlich gehört werden.“

Nicht aufgefallen ist der StZ die extreme Gefahr, dass die S3 zwischen Backnang und Waiblingen die aus dem Takt geratenen Regionalzüge sowie die zusätzlich auf der Strecke verkehrenden ICEs ausbremsen könnte und umgekehrt. Denn derzeit starten die Regionalzüge in Backnang 4 Minuten vor der S3 in Richtung Stuttgart und haben auf der Strecke mit nur einem Gleis in jeder Richtung freie Fahrt. Entsprechend kommen Regionalzüge aus Stuttgart kurz nach der S 3 in Backnang an. In dieses Schema passen zusätzliche ICEs sowie aus dem Takt geratene Regionalzüge nicht.

Dazu Dieter Reicherter, Sprecher des Aktionsbündnisses: „Schon jetzt ist es auf der Heimfahrt aus Stuttgart wegen der Unpünktlichkeit der S3 nicht möglich, in Backnang den nur stündlich verkehrenden und auf die S-Bahn getakteten Bus 382 zu erreichen. Die Masche der Deutschen Bahn, auf Kosten insbesondere der Pendler:innen mit ihren schnellen ICEs die Konkurrenten auszubremsen, ist allzu offensichtlich.“

Das Aktionsbündnis fordert Landesverkehrsminister Winfried Hermann, den Vorsitzenden des Regionalverbandes Rainer Wieland und Landrat Dr. Richard Sigel nachdrücklich auf, sich für die Reisenden im Nah- und Regionalverkehr einzusetzen. Gleichzeitig fordert das Aktionsbündnis, den zweigleisigen Ausbau der Murrbahn in das Infrastrukturprogramm des Bundes aufzunehmen und schnellstens umzusetzen.

Kontakt:
Dieter Reicherter, 07192 930 522 oder 0151 263 711 31 Klaus Riedel, 07151 23234