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Menschenstaus auf Stuttgarter Hauptbahnhof am Wochenende
![]() Stuttgart Hauptbahnhof, 5.10., 15 h, Bahnsteig zwischen Gleis 7 und 8 |
Als unheilvollen Ausblick auf Stuttgart21 bezeichnete Bündnissprecher Martin Poguntke die drangvolle Enge am vergangenen Wochenende auf verschiedenen Gleisen des Stuttgarter Hauptbahnhofs. Während der Hauptreisezeit gab es für hunderte Menschen kein Vorwärts und Zurück mehr. So mussten gegen 15 h an den Gleisen 7 und 8 viele Bahnkund*innen an die 15 Minuten stehend warten, bis sich der Stau auflöste, sie den Bahnsteig verlassen oder in ihre Züge einsteigen konnten. „Einen Ansturm wie am Sonntag, als der VfB spielte, noch Wasenzeit war und die Rückreisewelle der Brückentage rollte, muss ein Hauptstadtbahnhof verkraften können. Im bestehenden Kopfbahnhof ging es gerade noch mal gut – im Tiefbahnhof hätte es zu einer gefährlichen Panik kommen können“, so Poguntke weiter. Erschwerend kam hinzu, dass die Trittbrettautomatik des Regiozugs an Gleis 7 nicht funktionierte und Rollstuhlfahrenden den selbständigen Ein- und Ausstieg verunmöglichte.
Das gleiche Szenario bei Stuttgart21 könnte in einer Katastrophe enden, die an das Unglück bei der Loveparade 2010 in Duisburg erinnert, bei dem viele Menschen ums Leben kamen. Denn bei ähnlicher Länge sind die Bahnsteige des Tiefbahnhofs noch schmaler, und das Fortkommen der Reisenden wird zusätzlich von Treppen, Aufzügen und Rolltreppen behindert. An manchen Stellen der S21-Bahnsteige wird die Durchgangsbreite nur noch 2 m betragen. Auch die Kelchstützen hemmen die Menschenströme. Vielfach gepriesen werden die Reisenden ihnen wenig Bewunderung zollen, wenn sie ihnen die Fluchtwege versperren. Außerdem wird es im Tiefbahnhof keinen Fluchtweg ins Freie geben wie beim Kopfbahnhof am Ende jedes Bahnsteigs. Vor allem aber ist die Gesamtbahnsteigfläche des Tiefbahnhofs, der ja nur halb so viel Gleise hat wie der Kopfbahnhof weniger als halb so groß wie zurzeit – und das angesichts des Ziels einer Verdoppelung der Fahrgastzahlen.
Missstände wie an diesem Wochenende sind ein Menetekel für Stuttgart21 – und einer der Gründe für das Bürgerbegehren „Bahnhof mit Zukunft“ (https://bahnhofmitzukunft.de), das jetzt in die Zielgerade einbiegt. Es geht dem Bündnis aus vielen Organisationen um den Erhalt von Kopfbahnhofgleisen, die den Tiefbahnhof entlasten oder sogar ersetzen würden. Die Gäubahn würde weiter direkt in den Hauptbahnhof gelangen und der geplante 3 Mrd. € teure Pfaffensteigtunnel wäre unnützer denn je.
Kontakt:
Martin Poguntke, 0151 403 602 56
Werner Sauerborn, 0171 320 98 01

