
Pressemitteilung (hier als pdf-Datei)
Pro Gäubahn Landesbündnis: Kombibahnhof ist Fortschritt – Gäubahn-Kappung muss jetzt endgültig vom Tisch
Das Pro Gäubahn Landesbündnis begrüßt Teile des heute bei der S21-Lenkungskreissitzung vorgestellten Fünf-Stufen-Plans der Deutschen Bahn zur Inbetriebnahme von Stuttgart 21. Gleichzeitig kritisiert das Bündnis, dass die geplante Kappung der Gäubahn nicht aufgegeben, sondern lediglich erneut verschoben werden soll.
„Als großen Fortschritt werten wir es, dass die Deutsche Bahn die Teilinbetriebnahme von Stuttgart 21 mit einem Kombibahnhofbetrieb ab Dezember 2031 plant und die Gäubahn auch in diesem Kombibahnhofbetrieb weiterhin über die bestehende Strecke den oberirdischen Stuttgarter Hauptbahnhof erreichen soll“, so Andreas Frankenhauser vom Pro Gäubahn Landesbündnis. Kritisch sieht das Bündnis jedoch, dass der von der Deutschen Bahn geplante Kombibahnhof weiterhin lediglich als Provisorium vorgesehen ist und die ursprünglich für das Frühjahr 2025 geplante Gäubahn-Kappung nicht abgesagt, sondern auf März 2032 verschoben wurde. Damit würden weiterhin rund 1,4 Millionen Menschen im Einzugsgebiet der Gäubahn ihren direkten Schienenanschluss an den Stuttgarter Hauptbahnhof verlieren.
„Wir können und wollen nicht immer darauf vertrauen müssen, dass die Unfähigkeit der Deutschen Bahn, Stuttgart 21 zu Ende zu bauen, dazu führt, dass die Gäubahn-Kappung immer weiter nach hinten verschoben wird. Diese muss dauerhaft abgesagt werden“, so Michael Leibrecht von Pro Gäubahn Rottweil.
Das Pro Gäubahn Landesbündnis fordert deshalb keine weiteren Provisorien, sondern eine dauerhafte Anbindung der Gäubahn an den Stuttgarter Hauptbahnhof. „Es kommt jetzt darauf an, die durch die erneute Verschiebung von Stuttgart 21 gewonnene Zeit sinnvoll zu nutzen und ein Konzept zu entwickeln, wie der Bahnknoten Stuttgart und die Gäubahn dauerhaft zukunftsfähig gestaltet werden können. Nachdem die Deutsche Bahn und die Politik mit ihren bisherigen Planungen vor allem immer neue Verzögerungen und Kostensteigerungen produziert haben, stehen wir beide gerne beratend zur Seite und bringen unseren Sachverstand ein“, so Dr. Hans-Jörg Jäkel vom Gäubahnkomitee Stuttgart.
Bestärkt sieht sich das Pro Gäubahn Landesbündnis zudem in seiner Auffassung, dass der Pfaffensteigtunnel zum Anschluss der Gäubahn an den Flughafen Stuttgart grundlegend fehlgeplant ist und die Deutsche Bahn auch mit dessen Realisierung überfordert ist. „Es ist ein Offenbarungseid, dass schon vor dem eigentlichen Baubeginn die Inbetriebnahme des Pfaffensteigtunnels um ein weiteres Jahr auf nun Dezember 2033 verschoben werden muss“, so Dr. Nikolas Baur von Pro Gäubahn Singen.
Das Pro Gäubahn Landesbündnis appelliert an Deutsche Bahn, Bund, Land und Landeshauptstadt, die nun gewonnene Zeit für eine grundlegende Neukonzeption zu nutzen. Die inzwischen auf mehr als drei Milliarden Euro geschätzten Kosten des Pfaffensteigtunnels wären nach Auffassung des Bündnisses deutlich besser in einen vollständigen zweigleisigen Ausbau der Gäubahn sowie in eine dauerhafte Kombibahnhoflösung in Stuttgart investiert.
Pro Gäubahn Landesbündnis
E-Mail: progaeubahn@gmx.de
Homepage: www.pro-gaeubahn.de
Info: Das Pro Gäubahn-Landesbündnis wurde am 9.3.24 in Rottweil gegründet. Das Bündnis vertritt die Interessen der Bahnstrecke Stuttgart – Böblingen – Horb – Rottweil – Tuttlingen – Singen (-Zürich / Konstanz).
Mitglieder des Pro Gäubahn-Bündnisses sind u.a.:
Pro Gäubahn-Initiative Rottweil – Wir wollen zum Hauptbahnhof
Interessengemeinschaft Gäubahn in Freudenstadt
Pro Gäubahn Singen – Singener Gäubahn-Initiative
Pro Gäubahn Tuttlingen
Gäubahnkomitee Stuttgart – Wir wollen zum Bodensee
Deutsche Umwelthilfe (DUH)
Verkehrsclub Deutschland (VCD) Landesverband Baden-Württemberg
VCD Kreisverband Konstanz
Mobilitätswendeallianz Baden-Württemberg
Schutzgemeinschaft Filder e.V.
Naturfreunde Württemberg e.V.
Matthias Gastel MdB – Bündnis 90/Die Grünen
Bündnis 90/ Die Grünen Kreisverbände Rottweil, Tuttlingen, Schwarzwald-Baar und Konstanz
SPD-Kreisverbände Rottweil und Tuttlingen
