Rottweiler Initiative auf Staffelfahrt per Rad von Konstanz bis Stuttgart

Großer Bahnhof zum Empfang auf dem Stuttgarter Marktplatz

Das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 wird zusammen mit Vertreter:innen aus Politik und Gesellschaft am Freitag, 11. September 2026, gegen 16:15 Uhr auf dem Stuttgarter Marktplatz die Fahrradgruppe der Tour de Gäubahn begrüßen. Ab 16:30 Uhr wird sich eine Kundgebung anschließen, bei der über die Tour, die jahrzehntelange Vernachlässigung der wichtigen Bahnverbindung und die Forderungen zur Gäubahn berichtet wird.

Die Tour de Gäubahn führt die Fahrradgruppe vom 8. bis 11. September entlang der Schienen von Konstanz bis Stuttgart. Bei jeder Zwischenstation an den Bahnhöfen wird über die Forderungen an Bahn und Politik informiert. Die letzte Etappe führt am Freitag ab 15.30 Uhr vom Bahnhof Stuttgart-Vaihingen zum Stuttgarter Marktplatz.

Dazu Dieter Reicherter, Sprecher des Aktionsbündnisses, augenzwinkernd: „Sollte die Bahn den Schienenersatzverkehr mit Bussen nicht besser bewältigen, kann sie mit den Erfahrungen unserer Radler:innen einen SEV mit Lastenrädern organisieren.“

Wolfgang Grohe erläutert für die „Initiative ProGäubahn Rottweil – wir wollen zum Hauptbahnhof“: „Wir fordern die Wiederherstellung der durchgehenden Zweigleisigkeit auf der wichtigen Verkehrsachse von Stuttgart nach Singen. Sie ist Voraussetzung für eine zukunftsfähige Entwicklung des gesamten Zugverkehrs, insbesondere auch des Güterverkehrs, zwischen Stuttgart, der Bodenseeregion, Zürich und darüber hinaus. Ebenso wichtig ist die Beibehaltung der direkten zweigleisigen Anbindung an den Hauptbahnhof Stuttgart statt der geplanten jahrelangen Kappung.“

Vor genau 30 Jahren hat Deutschland im Staatsvertrag von Lugano der Schweiz die Herstellung einer leistungsstarken Bahnverbindung Stuttgart-Zürich zugesagt. Geschehen ist nichts. Die Bundesrepublik vereitelt mit ihren jetzigen Planungen sogar die Vertragserfüllung für immer.

Statt der dringend benötigten durchgehenden Zweigleisigkeit schaffen Bahn und Politik mit dem geplanten eingleisigen Sulzer Tunnel ein zusätzliches Nadelöhr. Damit zementieren sie den Vertragsbruch und hängen Sulz am Neckar mit seiner gesamten Region vom Fernverkehr ab.

Ebenso absurd, teuer und umweltschädlich ist der Pfaffensteigtunnel (von Böblingen zum Stuttgarter Flughafen), der täglich etwa 90 Reisende umstiegsfrei zum Flughafen bringen soll. Die durchgehende Zweigleisigkeit der Gäubahn würde für erheblich weniger Geld eine viel größere Fahrzeitverkürzung ermöglichen.

Dieter Reicherter erklärt dazu: „Offensichtlich haben Bahn und Politik aus Stuttgart 21 nichts gelernt: Zwei der drei Planfeststellungsabschnitte sind noch nicht einmal genehmigt, die angebliche Wirtschaftlichkeit ist herbeigelogen, dazu kommt Verdacht auf Filz bei der Auftragsvergabe. Zwei führende Vertreter der für den Bau verantwortlichen Bahntochter DB Projekt Stuttgart-Ulm GmbH haben in den Vorstand der ausführenden Baufirma gewechselt.“

(hier diese Pressemitteilung als pdf-Datei)

Kontakt: Dieter Reicherter, 07192 930 522 oder 0151 263 711 31