Wertvollste landwirtschaftliche Böden werden unwiederbringlich zerstört

Die Schutzgemeinschaft Filder e.V. und das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 sind empört über den Umfang der Zerstörung landwirtschaftlich besonders wertvoller Filderböden auf Gemarkung Plieningen. Schon jetzt wird angesichts der begonnenen vorbereitenden Arbeiten überdeutlich, dass viel mehr Fläche als angekündigt in Beschlag genommen wird und nicht mehr wiedergutzumachende Schäden angerichtet werden. Dabei ist das hohe Gut Mutterboden sogar im Baugesetzbuch besonders geschützt.

Die für den Bund auftragsverwaltende DB AG täuscht vorsätzlich und tarnt entgegen allen wissenschaftlichen Erkenntnissen mit Rückendeckung durch das Eisenbahn-Bundesamt in den Erläuterungsberichten zu den Planfeststellungsverfahren für den Pfaffensteigtunnel die Eingriffe als „vorübergehende Beanspruchung“. Damit sollen die besorgte Öffentlichkeit und die betroffenen Landwirte ruhiggestellt werden.

Dazu Steffen Siegel, Vorsitzender der Schutzgemeinschaft: „Wie schon so oft in der unsäglichen Geschichte dieses längst gescheiterten Fehlprojekts Stuttgart 21 werden unhaltbare Behauptungen aufgestellt.“ Siegel zitiert aus fachlichen Expertisen „Die dortigen Böden der hochwertigen landwirtschaftlichen Vorrangstufe 1 werden durch die massiven Verdichtungen und Veränderungen der Bodenkrume auf Dauer – und eben nicht nur vorübergehend – unwiederbringlich zerstört. Dies ist auch durch Renaturierung nicht annähernd zu vermeiden“.

Dieter Reicherter, Sprecher des Aktionsbündnisses: „Die in beiliegenden Fotos dokumentierten Schädigungen müssen sofort gestoppt werden. Auf den bahnbetrieblich unsinnigen Pfaffensteigtunnel kann verzichtet werden. Das Projekt soll mit Lug und Trug durchgesetzt werden: Die Finanzierung dieses mindestens 3 Milliarden teuren Teils von Stuttgart 21 wurde von der verschuldeten Bahn weg in den maroden Bundeshaushalt verlagert. Zur Vertuschung der eklatanten Veruntreuung von Steuermitteln wurde die Nutzen-Kosten-Berechnung manipuliert. Bau und Betrieb dieses längsten Eisenbahntunnels Deutschlands richten schwere Umweltschäden an. Die Gäubahn wird für viele Jahre unterbrochen.“

Fazit durch Dipl.-Ing. Frank Distel, Stellvertretender Vorsitzender der Schutzgemeinschaft: „Es ist höchste Zeit, endlich zu erkennen, dass das Projekt „Stuttgart 21“ nur mit dem zusätzlichen Erhalt des Kopfbahnhofs nachhaltig leistungsfähig funktionieren wird. Damit bliebe die Panoramastrecke für die Gäubahn erhalten, der Bahnknoten wäre resilient in Störfällen – und der Pfaffensteigtunnel überflüssig!“

Kontakt:   Dieter Reicherter, 07192 930 522 oder 0151 263 711 31
Frank Distel, 0171 959 72 73
Steffen Siegel, 0162 692 51 86