(hier diese Pressemitteilung als pdf-Datei)
Jetzt volle Konzentration auf die Sanierung des Kopfbahnhofs!
Am kommend
en Freitag, 26.6., wird Bahnchefin Evelyn Palla nach einer Sitzung des S21-Lenkungskreises vor die Presse treten und die Ergebnisse der gleich zu Beginn ihrer Amtszeit eingesetzten Konzernrevision zu Stuttgart21bekannt geben. Frau Palla ist die Einzige in der Runde, die keine Verantwortung für das mit dem Projekt angerichtete Debakel trägt. Alle anderen, einschließlich ihrer Vorgänger und insbesondere Frau Nicole Razavi, S21-Hardlinerin in den Anfangsjahren, haben das Projekt allen Warnungen und Fakten zum Trotz immer tiefer in die Krise gestürzt. Wer welche Verantwortung trägt für Milliarden Kosten eines schon 2013 als unwirtschaftlich erkannten Projekts müssen in einer Demokratie Untersuchungsausschüsse oder Gerichte beantworten.
„Frau Palla sollte sich nicht erneut zu Terminfestlegungen für eine wie auch immer geartete Eröffnung treiben lassen und auch keine verbindlichen Kostengrenzen verkünden“, so Bündnissprecher Martin Poguntke. Damit würden wieder nur die völlig unrealistischen Hoffnungen der Projektpartner genährt, Stuttgart21 könne noch ein gutes Ende nehmen, wenn nur noch mehr Zeit und weitere Milliarden zur Verfügung gestellt würde. Ob der Tiefbahnhof, und sei es in einer verkleinerten Kombivariante, je in Betrieb gehen könnte, hängt letztlich von der am Ende erforderlichen Inbetriebnahmegenehmigung ab. Ob das klappt ist mehr als fraglich: zentrale Fragen wie Brandschutz und Entfluchtung, die extreme Gleisneigung (Wegrollgefahr der Züge) und die generelle Resilienz des Tiefbahnhofs sind weiterhin nicht gelöst und wohl auch nicht lösbar. Das Aktionsbündnis schlägt eine Vorab-Inbetriebnahmeprüfung vor, um am Ende nicht weitere Milliarden für einen nicht betriebssicheren Bahnhof ausgegeben zu haben.
Jetzt geht es darum, alle ideologischen Scheuklappen abzulegen und der Realität ins Auge sehen: der Kopfbahnhof muss noch mindestens fünf Jahre den Bahnverkehr bewältigen. Der ist aber inzwischen so abgenutzt, dass es immer häufiger zu Ausfällen und Verspätungen kommt, und die Sicherheit der Bahnreisenden nicht mehr gewährleistet werden kann. Statt sich in die nächsten S21-Abenteuer treiben zu lassen, muss Frau Palla den Fokus jetzt auf die Sanierung des Kopfbahnhofs legen. Hier ist ein mehrstelliger Millionenbetrag für die Instandhaltung von Schienen (Gäubahn und Gleisvorfeld) sowie moderner Zugsteuerungstechnik erforderlich. Auch müssen umgehend und nicht erst Ende 2027 reisendenfreundliche Zugänge zu den Kopfbahnhofgleisen angeboten werde. Die Zumutung langer Fernwanderwege muss ein Ende haben.
Alle 16 bisherigen Gleise des Kopfbahnhofs werden für die Verkehrswende gebraucht. Ihre Leistungsfähigkeit kann optimiert werden. Die krisengeschüttelte Stadt Stuttgart muss sich möglichst kurz und schmerzlos von ihrem Traum eines riesigen Betonprojekts in der Stuttgarter Frischluftschneise verabschieden. Die aktuellen Temperaturen sollten ein letzter Anstoß sein.
In diesem Sinne wollen die S21 bzw. S31-Gegner*innen Frau Palla im Flughafenterminal ab 12h mit einer Aktion empfangen (Pressekonferenz beginnt um 12.30). Davor und danach stehen Ihnen die Expert*innen des Aktionsbündnisses für Fragen und Kommentierungen zur Verfügung.
Vor der Pressekonferenz bieten wir Interessierten einen kleinen Spaziergang in die Nähe der Pfaffensteigbaustelle an. Steffen Siegel von der Schutzgemeinschaft Filder wird sachkundig informieren. Treffpunkt 11h Messepiazza, Haupteingang Messe)
Kontakt: Martin Poguntke: 0151 403 602 56, Werner Sauerborn: 0171 320 9801
