Ein Bürgerbegehren gegen die Bebauung der Kopfbahnhofgleise

Ich weiß, ich weiß, die Welt steht in Flammen, und ich komme euch wieder mit unserem ollen Bahnhof…

Wer wissen will, warum ich gerade so aufgeregt bin, und warum wir uns gerade in einer Situation befinden, die alles verändert, der kann sich weiter unten ein genaueres Bild machen oder einfach meine spontane Rede von der letzten Montagsdemo nachschauen: https://youtu.be/9K84jhtor1g?feature=shared&t=959

Eine zentrale Frage wird allerdings sein, ob es uns gelingen kann, innerhalb von 3 Monaten 20.000 Unterschriften zusammen zu bekommen. Dass das möglich ist, kann eine einfach Rechnung veranschaulichen: Sollte es uns gelingen, 200 aktive Helfer*innen zum Unterschriften-Sammeln zu gewinnen, müsste jede und jeder von diesen 200 in drei Monaten 100 Unterschriften sammeln. Pro Woche wären das weniger als 10 Unterschriften. Das sollte eigentlich machbar sein.  

Aber wo her bekommen wir jetzt 200 Aktive Unterschriften Sammler*innen?

Bereits jetzt, vor dem offiziellen Start des Bürgerbegehrens, haben sich 60 Helfer*innen mit Email und Telefonnummer auf der letzten Montagsdemo in Helferlisten eingetragen.

Um das Bürgerbegehren mit einem guten Gefühl zu starten, bräuchten wir jetzt die Zusagen von weiteren 140 Aktiven, dass sie mithelfen werden, Unterschriften zu sammeln. Es müssen ja nicht gleich 100 Stück sein 😉

Also wer von euch macht mit?

Bitte meldet euch bei mir mit eurer Telefonnummer und eurer Emailadresse, mit der ihr in den Verteiler dazu aufgenommen werden wollt. 

In der Hoffnung auf ganz viele Helfer*innen 

Euer Hannes Rockenbauch

P.S.: Und hier noch ein kleiner Versuch, der erklären soll, warum ich gerade Feuer und Flamme für das neue Bürgerbegehren „Bahnhof mit Zukunft“ bin.

Die Tägliche Situation am Hauptbahnhof

Mit Verspätungen, Fernwanderwegen und Stammstrecken-Sperrungen erleben die Bahnreisenden am Stuttgarter Bahnhof tägliches Bahnchaos. Jetzt wird klar, auch Ende 2026 wird Stuttgart 21 nicht komplett in Betrieb gehen. Auf die versprochene Leistungsfähigkeit durch Digitalisierung müssen die Bahnreisenden noch deutlich länger warten. Noch völlig unklar ist, ob es jemals eine leistungsfähige Ersatzleistung für die Gäubahn geben wird, die bereits im April 2026 gekappt werden soll.

Viel Fassungslosigkeit

Seit Jahren erleben wir, dass bahntechnische Argumente kaum noch eine Rolle bei den politischen Entscheidungen spielen. Entscheidend treibt eine ganz große Gemeinderats Mehrheit die geplante Bebauung der heutigen Bahnflächen voran. Dass dabei, auch nach dem Rollback beim AEG, völlig unklar ist, ob weiterhin betriebsnotwendige Gleise wie die für die Gäubahn überhaupt gekappt werden dürfen, spielt keine Rolle.

Eine neue Situation

Am 15.07. soll nun mit ganz breiter Mehrheit die Aufstellung eines Bebauungsplans für die Teilfläche A2 beschlossen werden. Bei dieser Teilfläche handelt es sich um den wichtigsten Teil des heutigen Gleisvorfeldes. Eine Bebauung dieses Geländes würde sowohl die Chance für eine leistungsfähige Gäubahnanbindung in den nächsten Jahren, als auch die Option auf eventuell weiterhin nötige oberirdische Gleise verbauen.

Eine Situation, die alles verändert

Das erste Mal seit der Grundsatzvereinbarung von 1995 müssen die Bürger*innen bei Entscheidungen zu Stuttgart nicht mehr fassungslos zuschauen. Durch die Aufstellung des Bebauungsplans wird es das erste Mal seit 30 Jahren wieder möglich, ein zulässiges Bürgerbegehren gegen die Bebauung einer wichtigen Teilfläche des Gleisvorfeldes durchzuführen.

Eine einmalige doppelte Chance

  1. Initiativen, Umweltverbände und Aktive können anstelle des Gemeinderats verbindlich entscheiden.
  2. Während sich viele Initiativen und Verbände bei der Frage, wie genau die Zukunft des Bahnknotens Stuttgart 21 aussehen sollte, seit Jahren nicht einig sind, ist all ihren Konzepten gemein, dass eine Bebauung des A2-Geländes ihre Konzepte zunichte macht. Ohne A2 wird es keinen Kombibahnhof geben, aber auch keinen Umstieg 21 und ebenso keine leistungsfähige Gäubahnanbindung für die nächsten Jahre.

Genau diese heutige Unverzichtbarkeit der Gleise auf A2 hat das Potential, ein breites Bündnis für ein erfolgreiches Bürgerbegehren zu vereinen.

Bahnhof mit Zukunft: ein frischer Ansatz

Im Bündnis Bahnhof mit Zukunft geht es gegen die Bebauung des A2-Geländes zum jetzigen Zeitpunkt und gegebenenfalls auch dauerhaft. Es geht nicht um die alten Kämpfe „oben oder unten“ oder um die Frage „Gleise oder Wohnungen“. Sondern darum, dass die zukunftsfähige Entwicklung des Bahnknotens Stuttgart nicht durch die Bebauung auf einer kleinen Teilfläche von Stuttgart 21 verbaut wird.

Viel zu tun, aber alles möglich

Ein kassatorisches Bürgerbegehren bedeutet viel Arbeit. Innerhalb von 3 Monaten müssen 20.000 Unterschriften gesammelt werden. Das ist eine Herausforderung, aber keine Unmöglichkeit. Entscheidend wird sein, ob es gelingt zu vermitteln, dass wir jetzt das erste Mal seit 30 Jahren wirklich eine wirkliche Chance haben, das drohende Bahnchaos in Stuttgart in den Griff zu bekommen. Ein breites Bündnis von Initiativen und Verbänden unter dem Titel Bahnhof mit Zukunft kann dies erreichen.

Hannes Rockenbauch, 5.7.25