Pro Gäubahn-Landesbündnis begrüßt Verschiebung der S21-Teilinbetriebnahme auf 2030 und fordert dauerhaften Kombibahnhofbetrieb
Das Pro Gäubahn-Landesbündnis begrüßt die am Freitag bekannt gewordene erneute Verschiebung der Teilinbetriebnahme von Stuttgart 21 auf Dezember 2030 ausdrücklich.
„Damit ist nun auch die Gäubahn-Kappung für viele Jahre vom Tisch. Für die Fahrgäste und Anlieger der Gäubahn ist das eine wirklich gute und erfreuliche Nachricht, die aufatmen lässt“, so Katja Rommelspacher, Pro Gäubahn Tuttlingen.
„Damit erweist sich die Unfähigkeit und Überforderung der Deutschen Bahn AG beim Bau von Stuttgart 21 erneut als Segen“, ist Hendrik Auhagen von Pro Gäubahn Konstanz überzeugt. Allerdings verschiebe sich die von der DB angedrohte mehrjährige Kappung der Gäubahn in Stuttgart-Vaihingen damit lediglich nach hinten. „Eine dauerhafte Lösung ist das noch nicht. Wir sollten nicht weiter auf die Inkompetenz der DB bei S21 vertrauen. Vielmehr ist jetzt eine echte Dauerlösung für die Gäubahn dringend nötig.“
Als Schlüssel hierfür sieht das Pro Gäubahn-Landesbündnis den im Rahmen der S21-Teilinbetriebnahme vorgesehenen Kombibahnhofbetrieb in Stuttgart. Dieser bietet die Chance, ausreichend Kapazitäten im Bahnknoten Stuttgart zu sichern, die Gäubahn-Kappung dauerhaft zu verhindern und zugleich das bewährte Notfallkonzept für die S-Bahn zu erhalten.
Pro Gäubahn fordert daher Politik und DB dringend auf:
- Den von der DB derzeit als Provisorium geplanten Kombibahnhof aus bestehendem oberirdischen Kopfbahnhof und neuem Tiefbahnhof in Stuttgart als Dauerlösung zu etablieren und alle Pläne zur Demontage der oberirdischen Gleisanlagen zu stoppen.
- Den Sanierungsstau beim Kopfbahnhof sowie bei der innerstädtischen Gäubahn (Panoramabahn) abzubauen und eine umfassende Modernisierungsoffensive für die Bahninfrastruktur rund um Stuttgart zu starten.
- Die Gäubahn dauerhaft über die Bestandsstrecke bis Stuttgart Hbf (oben) zu führen und den Bau des Pfaffensteigtunnels als unwirtschaftliche und unnötige Maßnahme zu stornieren.
- Die Gäubahn zwischen Horb und Tuttlingen endlich wieder vollständig zweigleisig auszubauen, um Pünktlichkeit, Kapazität und Leistungsfähigkeit im Personen- und Güterverkehr nachhaltig zu verbessern.
Von der nächsten Landesregierung erwartet Pro Gäubahn klare Initiativen für einen zukunftsfähigen Bahnverkehr im Raum Stuttgart und für eine Gäubahn, die ausgebaut statt für S21 zurückgebaut wird.
„Es muss in Politik und DB endlich ein Paradigmenwechsel einsetzen“, fordert Dr. Hans-Jörg Jäkel vom Gäubahnkomitee Stuttgart. „Statt weitere Milliarden Euro Steuergeld in zusätzliche Tunnel mit fragwürdigem Nutzen zu lenken, muss der Fokus auf dem liegen, was den Menschen entlang der Gäubahn wirklich nützt: eine schnelle Wiederherstellung der seit Jahrzehnten versprochenen Zweigleisigkeit dieser internationalen Magistrale zwischen Deutschland und der Schweiz. “Mehr auf https://pro-gaeubahn.de/
Info: Das Pro Gäubahn-Landesbündnis wurde am 9.3.24 in Rottweil gegründet. Das Bündnis vertritt die Interessen der Bahnstrecke Stuttgart – Böblingen – Horb – Rottweil – Tuttlingen – Singen (-Zürich / Konstanz).
Mitglieder des Pro Gäubahn-Bündnisses sind u.a.:
Pro Gäubahn-Initiative Rottweil – Wir wollen zum Hauptbahnhof
Interessengemeinschaft Gäubahn in Freudenstadt
Pro Gäubahn Singen – Singener Gäubahn-Initiative
Pro Gäubahn Tuttlingen
Pro Gäubahn Konstanz
Gäubahnkomitee Stuttgart – Wir wollen zum Bodensee
Deutsche Umwelthilfe (DUH)
Bund für Umwelt- und Naturschutz Baden-Württemberg e.V. (BUND)
Verkehrsclub Deutschland (VCD) Landesverband Baden-Württemberg
VCD Kreisverband Konstanz
Mobilitätswendeallianz Baden-Württemberg
Schutzgemeinschaft Filder e.V.
Naturfreunde Württemberg e.V.
Fraktion Linke/SÖS im Gemeinderat Stuttgart
Die Linke, Kreisverband Konstanz
Matthias Gastel MdB – Bündnis 90/Die Grünen
Bündnis 90/ Die Grünen Kreisverbände Rottweil, Tuttlingen, Schwarzwald-Baar und Konstanz
SPD-Kreisverbände Freudenstadt, Rottweil und Tuttlingen
