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Protestaktion gegen Feier zum Baubeginn des Pfaffensteigtunnels
Mit einem Pfeifkonzert, Trommelwirbeln und „Schande, Schande“-Rufen, begrüßten heute Morgen 200 Demonstrierende, erwartet waren 50, die Bahnchefin Palla, Bundesverkehrsminister Bilger, Landesverkehrsministerin Razavi und den Stuttgarter OB Nopper. Dazu hatten die Protestierenden eine Anfahrt auf die Filder incl. S-Bahn-Chaos und zuletzt einen 1,5km weiten Fußweg zum Veranstaltungsort inkauf genommen. Obwohl von der Polizei auf Distanz gehalten, dürfte der Protest, den in schweren Limousinen und Busshuttles zum Veranstaltungsort transportierten Gästen in den Ohren geklungen haben.
Der Protest richtete sich gegen eine kostenaufwändig inszenierte Feier zum Baubeginn von Deutschlands längstem und absurdesten, dem S21-Pfaffensteigtunnel. Als „unerträgliche Selbstbeweihräucherung“ bezeichnete es Dipl.-Ing. Frank Distel von der Schutzgemeinschaft Filder im Aktionsbündnis, dieses mit massiver Manipulation des Kosten-Nutzen-Verhältnisses durchgedrücktes Vorhaben auch noch zu feiern. Das notorische Faktenleugnen und „dieses fortwährende, überhebliche Ignorieren konstruktiver Vorschläge“ diskreditiere unsere Demokratie und trage massiv zum gegenwärtigen Siegeszug der Rechtsextremen bei, so Distel weiter.
„Unsere Kinder werden uns nicht danach beurteilen, wie viele Tunnel wir gebaut haben“, so der Klimaaktivist Moritz Riedacher, ein weiterer Redner der Protestveranstaltung. Er forderte eine ehrliche, umfassende und unabhängige Bilanzierung der Klimaauswirkungen großer Bauprojekte wie des Pfaffensteigtunnels.
Hendrik Auhagen, vom Pro Gäubahn Landesbündnis aus Konstanz kritisierte „Verkehrsministerin Razawi, die 2011 die Warner vor Kostenexplosionen bei Stuttgart 21 als Lügner bezeichnet und sich dafür nie entschuldigt hat. Mit solchen Behauptungen sich politisch durchzusetzen und danach sogar Ministerin zu werden, setzt gefährlich falsche Maßstäbe weit über Baden-Württemberg hinaus.“ Und an seinen Grünen Parteifreund, Ministerpräsident Özdemir gewandt: Er betone „die Dringlichkeit des Klimaschutzes, aber ausgerechnet das größte klimaschädliche Einzelprojekt Baden-Württemberg wird von ihm durchgewinkt und sogar gelobt.“
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