OB Nopper, der Mann im Mond – weit weg von den S21-Realitäten
Augen zu und durch funktioniert bei Stuttgart 21 nicht!

In seiner Stellungnahme zum Antrag der Fraktion „Die Linke SÖS Tierschutz“, die Stadt Stuttgart solle sich für
eine umfassende Modernisierung des Stuttgarter Kopfbahnhofs aus dem 20-Milliarden-Paket der Bahn einsetzen,
erinnert Dr. Frank Nopper an den Mann im Mond. Denn offenbar sind die Entwicklungen beim Projekt
Stuttgart21 spurlos an ihm vorbeigegangen. Er meint immer noch, ohne sofortige Investitionen in den
Kopfbahnhof könne bis zu der von ihm erträumten vollständigen Inbetriebnahme des Tiefbahnhofs (frühestens
2033) ein zuverlässiger und leistungsfähiger Bahnverkehr in und um Stuttgart durchgeführt werden. Allen Ernstes
hält er Investitionen in den Kopfbahnhof „nicht für sinnvoll“.

Dazu der Verkehrs- und Städtebaufachmann Dipl.-Ing. Frank Distel, Bürgermeister a.D. und stv. Vorsitzender der
Schutzgemeinschaft Filder e.V.: „Der Kopfbahnhof muss aufgrund der erneuten Verschiebung der Eröffnung des
Tiefbahnhofs sofort saniert werden, vor allem das marode Stellwerk. Ande rnfalls droht der Kollaps des
Bahnverkehrs. Empörend ist auch Noppers Weigerung, sich für eine Verbesserung der Fernwanderwege
einzusetzen, obwohl er genau das zuvor öffentlich gefordert hatte.“

Der Oberbürgermeister begreift immer noch nicht, dass selbst nach einer etwaigen Inbetriebnahme des
Tiefbahnhofs auf den Kopfbahnhof nicht verzichtet werden kann. Der Erhalt der oberirdischen Gleise ist
bahnfachlich und wegen der erforderlichen Resilienz des Bahnknotens in Störfällen zwingend. Zudem bleibt
dadurch die Gäubahn angebunden und auf den Pfaffensteigtunnel mit Kosten von mehreren Milliarden kann
verzichtet werden. Daher verbietet sich die bauliche Nutzung der Gleisflächen. Stuttgart hat in den ve rfügbaren
innerstädtischen Flächen genügend Möglichkeiten, bezahlbaren Wohnraum viel schneller zu schaffen.

Überall, auch an viel kleineren Großprojekten will die Stadt drastisch sparen. Um das größte, teuerste und
absurdeste Großprojekt macht sie aber einen großen Bogen. Dazu Frank Distel weiter: „Ohnehin kann sich die
Stadt in ihrer desolaten Haushaltslage das Milliardenprojekt „Rosenstein“ weder leisten noch kann dort
bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden. Zudem zeigen die jüngsten Hitzewellen mit zahlreichen Hitzetoten,
dass eine weitere Versiegelung und Blockierung des Luftaustausches im Talkessel ein Verbrechen am Stadtklima
ist und nicht realisiert werden darf.“

Dieter Reicherter, Sprecher des Aktionsbündnisses, verweist auf die Rechtslage: „Weil die Kopfbahnhofgleise
weiter benötigt werden, verbietet § 23 des Allgemeinen Eisenbahngesetzes dauerhaft die Freistellung von
Bahnbetriebszwecken und damit jegliche Bebauung.“ Er fragt weiter: „Wie lange blendet die Landeshauptstadt
die erdrückenden unbequemen Fakten noch aus und bleibt weiterhin wesentliches Hindernis für einen
funktionierenden Bahnknoten? An dessen bedeutendem Standortfaktor müsste sie herausragendes Interesse
haben“.

PM Sanierung Kopfbahnhof Nopper Mann im Mond
Kontakt: Dieter Reicherter, Tel. 07192 930522 oder 0151 26371131 , Frank Distel, Tel. 0171 9597273