Foto Pro Gäubahn.
Angesichts der im Eiltempo geführten Koalitionsverhandlungen zwischen Grünen und CDU in Baden-Württemberg warnt das Pro Gäubahn-Landesbündnis eindringlich davor, kontroverse bahnpolitische Themen wie die Zukunft der Gäubahn auszuklammern. Die internationale Fernverkehrsstrecke von Zürich über Singen und Rottweil nach Stuttgart soll nach dem Willen der Deutschen Bahn im Zuge der Teilinbetriebnahme des Milliardenprojekts Stuttgart 21 weiterhin gekappt werden.
Rund 1,4 Millionen Menschen im Einzugsgebiet der Gäubahn würden dadurch ihre direkte Anbindung an die Landeshauptstadt verlieren.
„Wenn jetzt im Rekordtempo ein Koalitionsvertrag gezimmert wird, besteht die akute Gefahr, dass genau die Themen unter den Tisch fallen, die für den Süden des Landes existenziell sind“, erklärt Andreas Frankenhauser für das Pro Gäubahn-Landesbündnis. „Dabei haben sowohl Grüne als auch CDU längst erkannt, wie wichtig eine dauerhafte, ungebrochene Anbindung der Gäubahn an den Stuttgarter Hauptbahnhof ist.“
Die Grünen haben die Forderung nach einem dauerhaften Anschluss der Gäubahn an Stuttgart Hauptbahnhof sogar in ihr Wahlprogramm aufgenommen. In der CDU haben sich 2024 nicht nur der Bezirksverband Südbaden, sondern auch Spitzenkandidat Manuel Hagel gegen die Gäubahn-Kappung positioniert. „Umso unverständlicher wäre es, wenn dieses zentrale Thema jetzt in den Koalitionsverhandlungen ausgeklammert würde“, so Frankenhauser weiter.
Das Pro Gäubahn-Landesbündnis fordert daher ein klares und verbindliches Bekenntnis im Koalitionsvertrag gegen die geplante Kappung der Gäubahn. „Die künftigen Koalitionäre müssen das Land gegenüber den anderen Projektpartnern von Stuttgart 21 deutlich entschlossener gegen die Gäubahn-Kappung positionieren, als dies die bisherige Landesregierung getan hat“, erklärt Dr. Nikolas Baur von Pro Gäubahn Singen. „Alles andere wäre gegenüber den Menschen im Süden Baden-Württembergs nicht vermittelbar“, ergänzt Hendrik Auhagen von Pro Gäubahn Konstanz. „Wer ernsthaft Verkehrswende will, kann nicht gleichzeitig eine der wichtigsten internationalen Bahnverbindungen im Südwesten zerschneiden.“
„Jetzt zeigt sich, ob die Aussagen im Wahlprogramm der Grünen und die Positionierung von Manuel Hagel auch politisch Bestand haben“ so Auhagen weiter. Das Bündnis fordert darüber hinaus, dass die klare Ablehnung der Gäubahn-Kappung nicht nur Eingang in den Koalitionsvertrag findet, sondern auch zur Leitlinie eines künftig CDU-geführten Verkehrsministeriums wird.
„Ganz konkret bedeutet das: Die Gäubahn muss auch nach der geplanten Teilinbetriebnahme von Stuttgart 21 ab 2030 weiterhin an den Stuttgarter Hauptbahnhof (oben) angebunden bleiben“, erklärt Dr. Hans-Jörg Jäkel vom Gäubahnkomitee Stuttgart. „So ein Kombibahnhof würde nicht nur der Gäubahn zugutekommen, sondern auch langfristig ausreichende Kapazitäten im Bahnknoten Stuttgart sichern.
Das Pro Gäubahn-Landesbündnis fordert daher, dass die Koalitionsverhandlungen mit einem eindeutigen Ergebnis enden – dem dauerhaften Erhalt der Gäubahn und ihrer ununterbrochenen direkten Anbindung an den Hauptbahnhof Stuttgart.
Pressemeldung: Pro Gäubahn-Landesbündnis: https://pro-gaeubahn.de/


