
„Das Trojanische Pferd. S21. Der Film“ 90 min. – Vorfilm: „Wir brauchen wieder Fahrpläne“ 10 min.
Der Film zeigt die Entstehung des Projekts „Stuttgart 21“ seit 1994 bis heute. Der Filmtitel* bezieht sich auf den Betrug an den Bürgern für einen neuen, angeblich besseren Hauptbahnhof. S21 entstand im Interesse von Immobilienspekulanten, der „europäischen Betonmafia“, am riesigen Gleisvorfeld des Kopfbahnhofs samt gut integriertem Abstellbahnhof. Auch die Auto- und Flugzeugindustrie ist von S21 angetan, dort besteht kein Interesse an funktionierendem Bahnverkehr.
Der Film klart auf und macht Mut. Er macht nicht nur deutlich, was fur ein grandioser Murks das Projekt ist, sondern auch: Es ist noch längst nicht „alles gelaufen“! Denn für das Projekt zeigen sich jetzt große Probleme, an denen es letztlich scheitern muss:
- Die für Deutschlandtakt und Verkehrswende lächerlich geringe Kapazität des Tiefbahnhofs von nur 8 gegen 16 Gleisen.
- Der völlig untaugliche, lebensgefährliche Brandschutz in den Tunnelröhren.
- Die klimaschädlichen und weitere Milliarden verschlingenden Ergänzungsbauten, d.h. Ersatzbahnhöfe für den zu kleinen Tiefbahnhof, geplant in Bad Cannstatt, Feuerbach und Vaihingen. Zu den bestehenden 60 km Tunnelbauten sollen deshalb weitere 60 km hinzukommen, darunter mit dem „Pfaffensteigtunnel“ der längste Eisenbahntunnel Deutschlands.
- Im April 2026 soll die Gäubahn, von Singen nach Stuttgart, eine der schönsten Bahnstrecken Deutschlands, in S-Vaihingen gekappt werden. Die Fahrgäste sollen dort in Stadt- oder S-Bahnen umsteigen und im Tunnel-Tiefbahnhof von Stuttgart 21 zur Weiterfahrt noch einmal. Die romantische Panoramabahn als gegebene direkte Bahnverbindung zum Kopfbahnhof Stuttgart würde damit liquidiert. Der ganze Südwesten Deutschlands, aber auch Zürich und Mailand, würde abgehängt. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat dagegen geklagt, und sie hat in der 2. Instanz vor dem Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg in Mannheim große Aussicht zu gewinnen. In der Folge davon würde dies einen Kombibahnhof (verkleinerter Kopfbahnhof und Tiefbahnhof) erzwingen. Die Bebauung des Gleisvorfelds durch das geplante neue Rosensteinviertel – der wahre Grund für die Verlegung der Schienen in den Tiefbahnhof – wurde nur noch zum kleinen Teil möglich. Der immense Büro- und Wohnungsleerstand sowie ungenutzte Brachflächen in der Schwabenhauptstadt belegen, dass weder Gäubahn noch Kopfbahnhof durch Immobilienspekulation für unbezahlbare Neubauten auf dem ehemaligen Gleisvorfeld geopfert werden müssen. In Stuttgart stehen derzeit ca. 10000 Wohnungen leer!
- Auch der neue Abstellbahnhof in S-Untertürkheim muss wegen Planungsfehlern teilweise nochmals konzipiert werden.
- Die Finanzierung und Umsetzung des groß angekündigten digitalen Bahnknotens Stuttgart ETCS (European Train Control System) bröckelt. Die angekündigte Fertigstellung des Tiefbahnhofs für 2026 wird so nicht erreicht.
Nie waren die Chancen für den Erhalt der Gäubahn und des Kopfbahnhofs, die Chancen für „Oben bleiben!“, größer.
*Das Trojanische Pferd war in der griechischen Mythologie ein hölzernes Pferd, aufgestellt vor den Toren Trojas, mittels dem es während des Krieges den Griechen mit einer List gelang (es sollte ein Geschenk sein), dieses in die Stadt hineinzubekommen. Im Pferd versteckte Elitesoldaten führten dann zur Vernichtung Trojas. Auch „Stuttgart 21“ wurde von der Politik den Menschen als „großes Geschenk an die Landeshauptstadt“ feilgeboten.“
Kinothek Stuttgart, Asangstr. 15. 70329 Stuttgart-Obertürkheim. 150 m vom Bahnhof.
Reservierung auf unserer Webseite oder unter Telefon 0711-9189640 (AB). Eintritt: 10,-€.
ÖPNV: S1 Obertürkheim oder U9 Hedelfingen (Anschluss mit dem Bus 62/65 bis Bhf. Obertürkheim)
Infos unter: www.buergerbahn-denkfabrik.org. www.gietinger.de.
Die Filme wurden aus Idealismus gedreht. Niemand verdiente daran.
