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26.5.2013 : 5:01 : +0200

Thomas Braun ...

... im Presse-Spiegel

"Ich denke, die Chancen stehen 60 zu 40"
(StZ, 12.4.2010) [weiter]

Nachbarschaftsstreit flammt wieder auf
(StZ, 13.3.2010) [weiter]

Fernbusse sollen am Flughafen halten
(StZ, 10.3.2010) [weiter]

Wanderpokal: wohin mit dem Busbahnhof?
(StZ, 27.2.2010) [weiter]

Busbahnhof soll doch nicht nach Vaihingen
(StZ, 25.2.2010) [weiter]

Kommentar: Missachtung
(StZ, 24.2.2010) [weiter]

Bahn glänzt im Ausschuss durch Abwesenheit
(StZ, 24.2.2010) [weiter]

Grundwasser: Messetunnel wird zum Sanierungsfall
(StZ, 8.2.2010) [weiter]

Prellbock bleibt auf dem Abstellgleis
(StZ, 4.2.2010) [weiter]

Projektgegner wollen Widerstand nicht aufgeben
(StZ, 3.2.2010) [weiter]

Baustellen prägen die Stadt
(StZ, 1.2.2010) [weiter]

Die Bonatzerben fordern die Bahn heraus
(StZ, 11.1.2010) [weiter]

Zweifel an Grubes Rechnung
(StZ, 16.12.2009) [weiter]

Bonatzerben erwägen Klage gegen Umbau
(StZ, 8.12.2009) [weiter]

Geologen warnen vor Quellgips
(StZ, 27.9.2009) [weiter]

Jurist über Stuttgart 21
(StZ, 13.7.2009) [weiter]

Matthias Roser - Der "Sekretär des Bahnhofs" kämpft
(StZ, 10.8.2009) [weiter]

Wanderpokal: Wohin mit dem Busbahnhof?

Standortsuche - Obertürkheim und Zuffenhausen winken ab - und auch der Flughafen scheidet als Alternative aus.

Nach der Kehrtwende der CDU-Fraktion in Sachen Fernomnibusbahnhof (FOB)ist zumindest in Vaihingen vorwiegend Erleichterung zu spüren. "Jetzt ist erst mal der Druck aus dem Kessel", sagt Bezirksvorsteher Wolfgang Meinhardt. Wie berichtet, will die CDU den Grünen und der Fraktionsgemeinschaft SÖS/Linke, die das umstrittene Projekt schon immer abgelehnt haben, nun zu einer Mehrheit verhelfen. Die Christdemokraten sehen nach der Ablehnung der Ausbaupläne für die Nord-Süd-Straße zwischen der A 8 und dem Gewerbegebiet Vaihingen durch die ökosoziale Mehrheit keine Möglichkeit für eine effiziente Verkehrslenkung der Busse an dem vorgesehenen FOB-Standort nahe der Vaihinger S-Bahnstation. Mit der Begründung, der Straßenausbau sei für sie eine tragende Säule innerhalb der Planung für den neuen Busterminal gewesen, kündigte die CDU der SPD die bisherige Partnerschaft bei dem Projekt auf.

Bei SPD und Grünen erinnert man freilich daran, dass die CDU dieses Junktim zwischen Straßenausbau und FOB erst hergestellt hat, nachdem die Pläne für einen Ausbau der Nord-Süd-Straße an den Kosten in Höhe von rund zehn Millionen Euro zu scheitern drohten. Im Rathaus spricht man von "Racheakt" und ?Erpressungsversuch", zumal die CDU angeboten hat, erneut die Seiten zu wechseln, wenn sich doch noch eine Mehrheit für den vierspurigen Ausbau der Nord-Süd-Straße findet. Doch damit ist kaum zu rechnen. "Der Fisch ist wohl geputzt", meint auch Bezirksvorsteher Meinhardt und freut sich, dass er für die anstehende Bürgerversammlung mit Oberbürgermeister Wolfgang Schuster ein heißes Eisen weniger auf die Tagesordnung setzen muss.

In Obertürkheim und Zuffenhausen dagegen macht man sich derweil vor allem Gedanken darüber, was nach dem Scheitern der Pläne für Vaihingen nun aus den vorgesehenen Interimsstandorten am Autoport und am Zuffenhausener Bahnhof werden wird. Diese waren von der Stadt vorgeschlagen worden, weil der geplante FOB in Vaihingen frühestens Ende 2012 nutzbar gewesen wäre. Andererseits muss der bisherigen Omnibushalt am Schlossgarten bekanntlich im Laufe des Jahres wegen der beginnenden Bauarbeiten für das Bahnprojekt Stuttgart 21 aufgegeben werden.

"Natürlich haben wir die Sorge, dass das zur Dauereinrichtung werden könnte", sagt der stellvertretende Zuffenhausener Bezirksvorsteher Dieter Reischl; dies habe der Bezirksbeirat auch bereits in einem früheren Stadium der Planungen artikuliert. In Obertürkheim, wo in den nächsten Jahren 85 Prozent der Fernbusse Station machen sollen, hatte es schon im Sommer vergangenen Jahres Bedenken gegen die Zweckentfremdung des dortigen Park-and-Ride-Parkplatzes an der S-Bahn-Station gegeben. Dort sollen - ursprünglich bis höchstens 2012 - zehn behelfsmäßige Busstellplätze und zwölf Taxistandplätze eingerichtet werden. "Ich nehme an, dass wir jetzt mit dem Provisorium etwas länger leben müssen", sagt Bezirksvorsteher Peter Beier. Als Dauerlösung könne er sich dies aber nicht vorstellen. Das wollen auch die Grünen nicht: Sie möchten eine Beschränkung auf maximal fünf Jahre festschreiben. Der Hedelfinger Schultes Hans-Peter Seiler, dessen Bezirksbeirat gegen das Provisorium votierte, weil er mehr Durchgangsverkehr befürchtet, sagt: "Jetzt ist das eingetreten, was wir schon immer orakelt haben."

Um die Befürchtungen zu entkräften, sucht man nun im Rathaus nach einer schnellen Lösung für das Problem. Nach Informationen der Stuttgarter Zeitung hat die wöchentliche Bürgermeisterrunde bereits diverse Varianten diskutiert - unter anderem einen neuen Busbahnhof am Stuttgarter Flughafen. Doch dabei hat man wohl die Rechnung ohne den Wirt gemacht. "Das ist undenkbar, wir haben keinen Platz", betonte Flughafensprecher Volkmar Krämer.

von Thomas Braun

erschienen am 27.2.2010 in der Stuttgarter Zeitung