Jörg Nauke ...
... im Presse-Spiegel
Kommentar: Schweigen ist nicht immer Gold
(StZ, 7.4.2010) [weiter]
Die Stadt will von einem Chaos nichts wissen
(StZ, 7.4.2010) [weiter]
S-Bahn-Fildertunnel: Die Ausnahme von der Ausnahme
(StZ, 19.3.2010) [weiter]
Wieder Kritik am Leuchtturm
(StZ, 19.3.2010) [weiter]
Probleme mit dem Filderbahnhof
(StZ, 18.3.2010) [weiter]
Der Bund - ein unsicherer Partner
(StZ, 9.3.2010) [weiter]
Kommentar: Die Warnsignale sind zu hören
(StZ, 8.3.2010) [weiter]
Neubaustrecke dürfte sich verzögern
(StZ, 8.3.2010) [weiter]
Die Gegner sind wieder in der Überzahl
(StZ, 2.3.2010) [weiter]
Stuttgart-21-Tunnel zu eng für europäische Züge?
(StZ, 25.2.2010) [weiter]
Mehrkosten von einer Milliarde Euro denkbar
(StZ, 17.2.2010) [weiter]
Kommentar: Laues Dementi
(StZ, 16.2.2010) [weiter]
Die Rechnung der Bahn ist sechs Jahre alt
(StZ, 16.2.2010) [weiter]
Bahn-Chef Grube: Verrechnet
(StZ, 5.2.2010) [weiter]
Jetzt wird um Bürgerbeteiligung gestritten
(StZ, 4.2.2010) [weiter]
Die Gegner haben mehr Baumschützer als Bäume
(StZ, 21.1.2010) [weiter]
Nach der Montagsdemo direkt zur Leibesvisitation
(StZ, 18.1.2010) [weiter]
Kommt die Neubaustrecke erst mit Verspätung?
(StZ, 29.12.2009) [weiter]
Kommentar: Phantom
(StZ, 23.12.2009) [weiter]
Grube: Wir bauen Tunnels und keine Bunker
(StZ, 12.12.2009) [weiter]
Des einen Glück, des anderen Leid
(StZ, 11.12.2009) [weiter]
ICE-Strecke als Stolperfalle für Stuttgart 21?
(StZ, 5.12.2009) [weiter]
CDU: Stuttgart 21 auf dem richtigen Weg
(StZ, 3.12.2009) [weiter]
Stuttgart-21-Auftakt: Zeit- und Kostenplan überholt
(StZ, 23.11.2009) [weiter]
Auch die Neubaustrecke wird geprüft
(StZ, 17.11.2009) [weiter]
Kommentar: Die Zweifel werden genährt
(StZ, 17.11.2009) [weiter]
Kommentar: Laues Dementi
Über die Öffentlichkeitsarbeit der Deutschen Bahn kann man sich wirklich nur noch wundern.
Wenn der Bahnchef Rüdiger Grube über seine Lieblingsprojekte, Stuttgart 21 und die Neubaustrecke nach Ulm, spricht, darf zweierlei nicht fehlen: Die Kritik an der bisherigen Öffentlichkeitsarbeit seines Vorgängers und überschwängliches Lob für die neue Art von Kommunikation, für die vor allem der ehrenamtliche Sprecher Wolfgang Drexler mit seinem Büro steht. So berechtigt es aber ist, wenn Grube über Mehdorn schimpft, so daneben liegt er mit seiner Würdigung dessen, was die Bahn mittlerweile unter "Öffentlichkeitsarbeit" versteht. Unterm Strich werden jetzt zwar viel mehr Mitteilungen hinausgeblasen als früher, mit sachlicher Information hat das aber immer noch herzlich wenig zu tun.
Der Dienst am Bürger steht weiterhin unter der Prämisse, dass jedes in die Luft gepustete Körnchen Wahrheit die Akzeptanz des umstrittenen Bahnprojekts eher reduziert als steigert. Das gilt für Informationen über mögliche Beeinträchtigungen durch die Bauarbeiten rund um den Bahnhof ebenso wie für ganz Grundsätzliches. Es hatte jedenfalls zuletzt schon etwas Karnevaleskes, wenn Protagonisten wie Drexler oder der FDP-Staatssekretär im Verkehrsministerium, Jan Mücke, mannhaft beteuerten, dass die Neubaustrecke zwischen Wendlingen und Ulm ganz sicher nicht teurer käme als die bisher prognostizierten zwei Milliarden Euro.
Unglaubwürdig waren diese Aussagen aber schon allein deshalb, weil Stuttgart 21 mit vergleichbaren Tunnellängen wegen Kostensteigerungen beim Baumaterial und vergessenem Inflationsausgleich bereits dramatisch nach oben korrigiert werden musste. So konnte jetzt allenfalls Ort und Zeitpunkt des Bekenntnisses überraschen, zu dem die Befürworterseite bereit war, den Kritikern recht zu geben und damit gleichzeitig Spekulationen über mögliche Folgen der Kostenexplosion Tür und Tor zu öffnen. Dass Drexler gestern versuchte, seine Aussage zu relativieren, war zu erwarten. Halblebige Dementis gehören schließlich zum Standardrepertoire seines Büros.
Von Jörg Nauke
erschienen am 16.2.2010 in der Stuttgarter Zeitung

