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16.05.13 01:36

Ermitteln statt Wegducken!

Beschwerde zur Einstellung der Strafanzeige gegen Bahnvorstände und Aufsichtsräte


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17.04.2008 09:04 Alter: 5 Jahre

Zum Artikel "Studie zu Stuttgart 21" in den Stuttgarter Nachrichten vom 16.04.2008

Von: K.H. Schubert

Dort heißt es: "OB Schuster will Zustimmung mit mehr Information erhöhen". Dabei tut er, und die anderen Protagonisten von S-21, dies nun schon seit cirka 15 Jahren unablässig aber bislang erfolglos.

Die Ablehnung ist also nicht deshalb nach wie vor groß, weil es den Bürgern an Wissen über das Projekt und seine Auswirkungen fehlt, sondern deshalb, weil das Projekt so viele Mängel hat. Immerhin ist es den Gegnern nach und nach, und unter bewundernswertem persönlichen Einsatz einiger Mitbürger, gelungen, jetzt endlich eine sachliche Auseinandersetzung über die Fakten und eine denkbare, günstigere Alternative zu erzwingen. Bisher wurde ja fast nur mit Zukunftsvisionen und dümmlichen Werbekampagnen versucht, Stimmung für S-21 zu machen.

Dabei hat man stets versucht, den Eindruck zu vermitteln, daß davon die Verwirklichung der neu zu schaffenden, schnelleren ICE-Trasse Stuttgart-Ulm abhinge und andernfalls die gesamte Region vom zukünftigen internationalen Zugverkehr abgehängt würde. Zumindest dies hat die in Gang gekommene Diskussion schon mal widerlegt, denn die Fernzüge Paris - München verkehren auch bereits jetzt über den bestehenden Stuttgarter Kopfbahnhof. Das heißt nichts anderes, als dass eigentlich gar kein neuer Bahnhof gebraucht würde, denn die Fahrzeitverkürzungen entstehen durch die schnellere Trasse und nicht durch einen neuen Bahnhof.

Daß der bestehende Bahnhof modernisiert und optimiert werden sollte ist sicher richtig, um ihn den Anforderungen des heutigen, modernen Zugverkehrs anzupassen. Dafür ist aber nicht die neue ICE-Trasse nach Ulm ursächlich. Das liegt doch wohl hauptsächlich daran, dass die Bahn hier seit Jahren nichts mehr investiert hat, weil man ja einen neuen Bahnhof bauen will, und den auch noch, zumindest teilweise, vom Land und der Stadt bezahlt bekäme.

Ich begrüße es also, wenn OB Schuster weiter informieren will, denn das bedeutet jetzt endlich auch die offene Auseinandersetzung mit möglichen Alternativen, nachdem deren Befürworter bisher nur verächtlich gemacht wurden. Und, je mehr Details der beiden Projekte bekannt werden, umso deutlicher werden auch

die vielen Nachteile von S-21. Wenn dieses Projekt so alternativlos vorteilhaft wäre wie seine Befürworter behaupten, warum versuchen sie dann, den von einem überwältigend großen Teil der Bevölkerung geforderten, und nach der Gemeindeordnung auch gebotenen, Bürgerentscheid mit allen Mitteln zu verhindern? Bis dieser durchgeführt werden könnte, bliebe doch noch genug Zeit, um dem angeblichen Informationsmangel bei den Bürgern abzuhelfen.

Also, Herr Dr. Schuster, auf geht's, wagen Sie endlich mehr Demokratie und setzen Sie Ihr Motto von der bürgerfreundlichen Stadt Stuttgart in die Tat um!

Leserbrief vom 17.4.2008 an die Stuttgarter Nachrichten