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20.04.2012 14:04 Alter: 1 Jahre

Bahn fällt der Region Ulm in den Rücken - Nahverkehr bleibt auf der Strecke

Von: BUND Ulm

Als heftigen Rückschlag für die Bemühungen, den Bahnknoten Ulm und den Nahverkehr auf der Schiene in der Region Donau-ller aufzuwerten, sieht der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland aktuell veröffentlichte Pläne der Deutschen Bahn an.

Mit der Begründung, die Prognosen für die Zahl der Güterzüge, welche auf der Neubaustrecke von und nach Stuttgart verkehren sollen, seien nach unten korrigiert worden, hat die Bahn im Rahmen des laufenden Planfeststellungsverfahrens für den Abschnitt "Ulm Hauptbahnhof" der Neubaustrecke vor wenigen Tagen neue Pläne vorgelegt. Entgegen ihrer bisherigen Absicht sollen die Lärmschutzvorkehrungen deutlich reduziert und soll auf den Bau eines neuen Bahnsteiges verzichtet werden. BUND-Regionalgeschäftsführer Ralf Stolz: "Diese Planung ist ein Affront. Von der beabsichtigten Stärkung des Bahnknotens Ulm bleibt nicht mehr viel übrig als die bloße Anbindung der Neubaustrecke und eine Neuordnung der Gleise. Der Regionalverkehr bleibt auf der Strecke!"

Aus Sicht des BUND wäre der regionale Nahverkehr der Leidtragende der Planungsänderung. Laut Stolz sind 6 durchgehende Gleise erforderlich, um in Ulm nach Jahren der Planung endlich einen Regionalbahn-Vollknoten mit halbstündlicher Bedienung zu erhalten. Die Bahnsteige dazu sind aber bisher nicht in ausreichender Zahl vorhanden, da die Gleise 1 und 2 im Wesentlichen den Fernzügen vorbehalten sind. Stolz: "Ein 5. Bahnsteig ist für die Umsetzung des in der Region geplanten S-Bahn-Netzes Bedingung!" Denn ein S-Bahn-Betrieb ohne durchgebundene Züge, wie sie bereits zwischen Langenau und Laupheim verkehren, sei wenig zukunftsfähig. Stolz: "Es genügt, wenn schon der Stuttgarter Hauptbahnhof mit "Stuttgart 21" zu einem Nadelöhr wird. Der Ulmer Hauptbahnhof als Zentrum des Schienenverkehrs einer weiten Region muss aufgewertet werden, und zwar nicht nur städtebaulich, sondern auch verkehrlich!"

Die von der Bahn vorgebrachte Begründung, die Zahl der Güterzüge wäre geringer als ursprünglich prognostiziert, hält der Umweltverband für vorgeschoben. Stolz: "Wir haben den Eindruck, dass die Bahn vor allem Kosten sparen will - auf Kosten der Sinnhaftigkeit ihrer eigenen Planungen und auf Kosten der Bürger!" Die Anlieger im Umfeld des Bahnhofes müssten sich, sollte sich die Bahn mit ihren Absichten durchsetzen, auf einen geringeren Lärmschutz einstellen.

Der BUND geht auch mit der Begründung für die Planungsänderung ins Gericht: In einer Zeit, in der ständig deutlicher werde, dass für ein Abwenden der schlimmsten Folgen des Klimawandels der Güterverkehr auf der Straße reduziert werden muss, müsse man von deutlichen Zuwächsen im Güterverkehr auf der Schiene ausgehen. Letztlich würde die Bahn, würde sie ihrer Linie folgen, die Neubaustrecke in Gänze in Frage stellen. Stolz: "Die Bahn wäre gut beraten, hier rasch für Klarheit zu sorgen!".

Mit freundlichen Grüßen
Ralf Stolz
Regionalgeschäftsführer

 

BUND-Umweltzentrum Ulm
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