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Transparenz im Mittleren Schlossgarten
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Baden-Württemberg, erinnert am internationalen Tag des Baumes an die Rodung des Mittleren Schlossgartens und fordert die Offenlegung der Protokolle der ökologischen Baubegleitung.
Stuttgart. "Bäume, insbesondere alte Bäume sind in Baden-Württemberg seltener geworden", sagte BUND-Landesvorsitzende Dr. Brigitte Dahlbender anlässlich des internationalen Tages des Baumes am 25. April, "dabei sind sie ein unverzichtbarer Bestandteil des Ökosystems und leisten einen besonders großen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität." Aus diesem Grund setzt sich der BUND für den Erhalt alter Baumbestände ein, sowohl in den Wäldern als auch in städtischen Parks. Gerade hier haben große, alte Bäume wichtige Funktionen bei der Bereitstellung von Lebensraum für verschiedene Tier- und Pflanzenarten sowie bei der Luftreinhaltung.
"Umso problematischer ist die Rodung des Mittleren Schlossgartens, der mit seinen alten Bäumen ein wichtiger Bestandteil der grünen Lunge Stuttgarts war", erinnert Brigitte Dahlbender an die Baumfällungen im Zusammenhang mit dem Projekt "Stuttgart 21" vor rund zwei Monaten. Da die alten Bäume ein wichtiger Lebensraum geschützter Tierarten (Juchtenkäfer, Fledermäuse, Hohltauben) waren, trage die Bahn hier eine besondere Verantwortung. Der BUND fordert seit der Fällung dieser Bäume die Offenlegung der ökologischen Baubegleitung. Dies ist bis heute nicht erfolgt, zuletzt hatte das Eisenbahn-Bundesamt einen entsprechenden Antrag des BUND-Landesverbandes Baden-Württemberg abgelehnt.
"Die Bäume im Stuttgarter Schlossgarten bringt uns zwar niemand mehr zurück, aber die Bürgerinnen und Bürger erwarten zu Recht Informationen darüber, was genau im Februar im Schlossgarten passiert ist", sagte Brigitte Dahlbender, "leider hat sich das Eisenbahn-Bundesamt aber dazu entschlossen, die Unterlagen unter Verschluss zu halten, so dass wir die Veröffentlichung auf dem Rechtsweg erwirken müssen."
Der BUND hat in diesem Sinne Widerspruch gegen den Bescheid des Eisenbahn-Bundesamtes eingelegt und parallel einen Antrag auf Akteneinsicht bei der Stuttgarter Staatsanwaltschaft gestellt. "Der Bahn und dem Eisenbahn-Bundesamt müsste eigentlich daran gelegen sein, die Abläufe möglichst transparent zu gestalten. Stattdessen wird auf eine völlig unverständliche Geheimniskrämerei gesetzt", so Brigitte Dahlbender.
Die BUND-Landesvorsitzende erinnerte daran, dass die ökologische Baubegleitung von "Stuttgart 21" bislang vollständig versagt hätte. "Es wurden Bäume gefällt, die nachweislich vom streng geschützten Juchtenkäfer besiedelt waren, und zuletzt hat man im fortgeschrittenen Stadium der Abrissarbeiten an der ehemaligen Bundesbahndirektion brütende Turmfalken gefunden", sagte Dahlbender, "eine ökologische Baubegleitung sieht anders aus."
Von der Landesregierung erwartet der BUND die effizientere Kontrolle der Bauarbeiten im Zusammenhang mit "Stuttgart 21". "Statt symbolischer Baumpflanz-Aktionen sollte sich die Regierung am Tag des Baumes lieber für die Einhaltung der gesetzlich festgelegten ökologischen Mindeststandards bei Stuttgart 21 einsetzen", so Brigitte Dahlbender, "damit wäre den Bäumen besser gedient."
Für Rückfragen:
Dr. Brigitte Dahlbender, Landesvorsitzende, Tel. 0711-6203060, brigitte.dahlbender@bund.net
Gergely Kispál, Presse, Tel. 0711-62030617, gergely.kispal@bund.net

